24 Juni 2007

Jeantex Tour Transalp 2007


Sonntag 24. Juli 2007

Attacke aus dem D-Block

Unter diesem Motto standen meine Partnerin Sandra und ich heute am Start zur 5. JTT. Allerdings durften wir heute zur 1. Etappe auf Grund unserer Startnummer 153 aus dem B-Block starten.













Durch Oberammergau hindurch ging's noch ganz gemütlich, dann wurde gut Tempo aufgenommen. Wir fanden eine gute Gruppe, die so mit 35 fuhr. Leider war die schöne Fahrt für mich bald zu Ende, das Frühstück wollte nicht bei mir bleiben. Also habe ich mich 30 km gequält, Sandra ist glücklicherweise weiter gefahren. Zum Glück war strahlender Sonnenschein und es gab tolle Ausblicke. Der Ammersattel ist ja kaum der Rede wert und die Fahrt den Plansee entlang ist einfach traumhaft. Nach 50 km gab's die erste Verpflegung, wo ich vorsichtig eine Banane zu mir nahm. Leider habe ich kurz zuvor auch den Hubschrauber sehen müssen, ein Fahrer mit Rettungsdecken lag ein Stück abseits der Strasse.
Nach der Verpflegung ging es mir etwas besser, aber so richtig Druck bekam ich nicht mehr auf's Pedal. Jetzt ging's das Hahntennjoch hoch, am Anfang ganz schön biestig... Im Mittelteil ist das Joch recht human, aber zum Schluss kommen nochmal richtig Prozente auf! Hier konnte man auch schon den einen oder anderen schieben sehen. Auf der Höhe angekommen, gab's nur noch die Abfahrt nach Imst, wo ich nach 5 Stunden von Sandra in Empfang genommen wurde.

110 km und 2000 Höhenmeter


























Montag 25. Juni 2007

2. Etappe Imst - Ischgl

Nachtrag zur 1. Etappe, der Hubschrauber kam nicht wegen eines Sturzes, sondern weil ein Teilnehmer Herzprobleme hatte. Gute Besserung auch den Gestürzten, die alle einigermassen glimpflich davon gekommen waren.
In der Nacht hatte es heftig geregnet und die Wettervorhersage lautete Gewitter am Nachmittag. Am Morgen gab's aber Sonnenschein und so fuhren wir mit der Regenjacke nur im Trikot an den Start.
Heute wurde neutralisiert gestartet, um Stürze zu vermeiden. Allerdings schlitterte bereits nach 10 km ein Fahrrad vor mein Vorderrad und ich konnte gerade noch ausweichen. Kurz darauf gab's dann noch einen Massensturz. Danach hatte ich ganz schön weiche Knie. Auch war ich immer noch nicht so super drauf: schlapp und müde, Anzeichen für Übertraining??? Jedenfalls verlor ich Sandra kurz nach Landeck.
Nach gut 45 km kamen wir nach St. Anton, im Sommer kaum wiederzuerkennen. Dann ging's noch 8 km weiter hoch zum Arlbergpass mit der ersten Verpflegung. Der Pass hat zwar einige Steilstellen, lässt sich aber doch gut fahren. Der Himmel wurde immer dunkler und wir dachten schon, gleich gibt's Regen, aber Glück gehabt, es blieb trocken. Die Abfahrt war recht schnell, aber leider auch mit
Gegenwind. Ich musste die meiste Zeit alleine fahren, das hat ziemlich geschlaucht. Bei dem kleinen Anstieg bis zur 2. Verpflegung hatte ich dann doch noch etwas Begleitung.
Danach ging es die Silvretta Höhenstrasse hoch auf die Bieler Höhe. Das sollte nach Erzählungen ganz schön hart werden. Also fuhr ich mit Respekt in den Anstieg. Für mich liess sich der Berg dann aber recht gut fahren, in den vielen Kehren konnte ich immer wieder gut ausruhen. Nur lang war das Ding!!!
Oben wird man mit einer super Aussicht belohnt und da habe ich noch schnell Fotosession gemacht, bevor ich mich in die schnelle Abfahrt stürzte. In Ischgl begrüsste mich nach gut 7 Stunden wieder Sandra, die gar nicht so viel vor mir im Ziel war.

150 km und 2660 Höhenmeter

























Dienstag 26. Juni 2007

3. Etappe Ischgl - Naturns

Heute gilt zuerst einmal mein Dank an unsere Begleiterin Anke, die unser Gepäck von Hotel zu Hotel befördert. Somit können wir uns bis kurz vor Start überlegen, was wir anziehen. Hätten wir heute schon um 7 Uhr fertig sein müssen, hätten wir garantiert Regenjacken angehabt. Es ist aber doch wieder den ganzen Tag trocken geblieben. Anke war heute auch ein besonderer Engel und hat uns im Ziel abgeholt, denn unsere Unterkunft liegt 4 km ausserhalb, den Berg hinauf...
Die heutige Etappe fing wieder mit einem neutralisierten Start an, denn es ging 20 km abwärts. Es war zwar wieder recht ruckelig, aber ich habe keinen Sturz gesehen. Im Anstieg nach Tobadill kam Ötzi-Feeling am Kühtai auf, nur nicht so lange. Schon hier merkte ich, dass es besser als an den letzten Tagen lief.
Nach der Abfahrt fand ich eine gute Gruppe, was auch wichtig war, denn es ging 40 km recht flach bis zur ersten Verpflegung. Hier traf ich auch Sandra ganz kurz, also war ich heute nicht so viel langsamer.
Nach Banane und Riegel ging es ein kurzes Stück durch die Schweiz, um dann wieder in Österreich die Norbertshöhe zu erklimmen. Ein einfacher Berg, den ich schon vom 3-Ländergiro kannte. Oben in Nauders ging's weiter zum Reschenpass, kaum der Rede wert. Danach fuhren wir rechts am Reschensee vorbei und sammelten noch ein paar Höhenmeter ein.
Die Abfahrt war sehr windig, solange er von hinten kam, war das ja in Ordnung, aber von der Seite hat es das Fahrrad schon ganz schoen versetzt. Die weitere Fahrt ging mehr oder weniger abwärts bis zum 2. und letzten längeren Anstieg auf eine namenlosen Berg. Hier lag auch die 2. Verpflegung, die ich aber recht schnell wieder verliess. Die Strecke war absolut verkehrsarm, die Strasse war allerdings teilweise in einem schlechten Zustand. Glücklicherweise war die Abfahrt auf dem schlechten Teil relativ kurz und führte dann wieder über guten Asphalt. Kurz vor Ziel gab es noch einen kleinen Anstieg, der es wirklich in sich hatte. Die Zeitnahme war 2 km vor dem Ziel, direkt vor einer Bahnschranke, die alle halbe Stunde geschlossen wird. Im Ziel begrüsste mich diesmal Martin zuerst, der im Gegensatz zu den Vortagen nicht so zufrieden war. Danach fielen Sandra und ich uns in die Arme und jetzt regenerieren wir im Liegestuhl auf dem Balkon.

162 km und 2380 Hoehenmeter, die längste Etappe.



























Mittwoch 27. Juni 2007

4. Etappe Naturns - Livigno Die Königsetappe

Der Tag begann mit strahlendem Sonnenschein! Doch kleiner Schreck am Morgen: Der hintere Mantel hatte ein Loch. Zwar noch nicht durch, aber...
Glücklicherweise hatte ich Ersatz dabei und bekam ihn auch noch von einem Begleitfahrer, der bei uns im Hotel war, gewechselt.
Natürlich gab's wieder einen neutralisierten Start mit etlichen Stop and Go Passagen. Diese Zuckelei ging bis fast zur 1. Verpflegung, die nach Prad vorverlegt war. So musste ich also das Stelvio mit seinen 48 Kehren in einem Rutsch durchfahren. Vor ein paar Jahren war mir dies nicht gelungen, aber man wird ja besser.
Jedenfalls kam ich gleich gut in Rhythmus und war super drauf. Diesen Anstieg
widme ich Thomas, der mich virtuell immer zum Schalten aufgefordert hat. Bei Kehre 13 kam kurz Schnee vom Himmel und es war schon schweinekalt. Oben angekommen, traf ich Sandra und so gingen wir, nachdem wir alles, was wir dabei hatten, angezogen hatten, gemeinsam in die Abfahrt. Im 1. Tunnel hielten wir kurz, um die Finger aufzutauen. Die Tunnel runter Richtung Bormio sind schon nicht ohne, es stand auch vor jedem ein Marshal, der zum langsam fahren aufforderte.
Am Ende der Abfahrt, die zum Teil auch nass war, hatte ich Sandra verloren und auch an der 2. Verpflegung, die nur einige Kilometer weiter lag, traf ich sie nicht. Ich bin lieber in den nächsten Anstieg, weil mir immer noch kalt war.
Zum Passo Foscagno geht es gar nicht so steil bergauf, aber halt nochmal 15 km. Auf halbem Wege fing es leise an zu nieseln und etwa 5 km vor der Passhöhe gab es einen Graupelschauer. Zum Glück hatte ich mich bei Jeantex mit Regenjacke und -hose eingedeckt. Nach der Passhöhe gab es eine kurze Abfahrt und dann nochmal 3 km bergauf bevor es die letzten Kilometer (leider im Regen) hinunter nach Livigno ging. Ich war kaum im Ziel, als auch Sandra ankam, schade, dass wir nicht gemerkt hatten, dass wir so dicht beisammen gefahren sind.
Cosima empfing uns mit einer heissen Suppe und es kam auch wieder die Sonne heraus. Dennoch sind wir zügig zum Hotel, wo wir eine ausgiebige heisse Dusche nahmen.

120 km und 3460 Höhenmeter

























Donnerstag 28. Juni 2007

5. Etappe Livigno - Ponte di Legno

Der Wettergott meint es dieses Jahr gut mit uns, wir hatten am Morgen wieder strahlenden Sonnenschein, allerdings nur 6 Grad. Den Ortshonorationen zu Ehren, durften wir nach Start erstmal 6 km durch den Ort rollen, bevor es hoch nach Forcola di Livgno ging. Die 400 Höhenmeter liessen sich recht angenehm fahren und danach ging es über 30 km hinunter nach Tirano.
Leider habe ich auf der zum Teil recht schnellen Abfahrt auch wieder 2 Gestüerzte gesehen. Auf halben Weg muss man auch zweimal die Bahnschienen kreuzen, was aber gut ging. Kurz hinter Tirano gab es dann die erste Verpflegung.
Danach ging's weiter den berühmten Mortirolo hinauf. Wir fuhren nicht auf Girostrecke, aber auch die sogenannte "weichgespühlte" Variante hatte etliche Prozente. Ich war aber recht gut drauf und fuhr zunächst einigermassen entspannt hinauf. Allerdings ist dieses Mistding auch nicht so kurz und je länger es dauerte, desto übler kam er mir vor. Die Strecke lag glücklicherweise im Wald und war auch sehr verkehrsarm, so murden wir wenigstens nicht gegrillt. Endlich wurde es ein wenig flacher und ich wollte ein wenig meine Vorausfahrenden attackieren, als plötzlich das rechte Knie muckte. Also etwas Gas raus und mal sehen, was das Knie hat. Aber es tat weiterhin weh, sobald ich etwas mehr Druck auf's Pedal geben wollte. Also bin ich langsam weiter zur zweiten Verpflegung. Leider schmerzte das Knie immer mehr und ich dachte schon fast an Aufgabe. Dann überlegte ich mir aber, dass es in 10 km eine Abfahrt gibt und sich dieses Sch...knie dort erholen kann. Also noch leicht wellig mit zusammengebissenen Zähnen bis zur Abfahrt.
Runter ging es dann einigermassen, hab halt selten getreten. Auch die tolle Aussicht konnte ich nicht wirklich geniessen. Unten angekommen hatte ich noch 15 km leicht ansteigend bis ins Ziel. Das Knie hielt einigermassen und so bin ich langsam ins Ziel gerollt. Ganz schoen ärgerlich, denn heute hätten wir Plätze gut machen koennen, denn eigentlich waren die letzten Kilometer wie für mich gemacht. Jetzt hoffe ich nur, dass das Knie die nächsten beiden Tage hält. Es hat jedenfalls Voltaren und Teebaumöl bekommen und jetzt muss ich mal sehen...

122 km und 2550 Hoehenmeter


























Freitag 29. Juni 2007

6. Etappe Ponte di Legno - Kaltern

Das Wichtigste: Das Knie hält!!!

Die heutige Etappe begann gleich mit dem Anstieg zum Passo Tonale und ich hatte ganz schoen Bammel wegen des Knies. Also bin ich recht vorsichtig losgefahren und Schalten hab' ich ja nun gelernt. Das Knie tat zwar weh, es war aber nicht wirklich schlimm und so kam ich ganz gut oben an. Die Abfahrt war zunächst recht schnell und die angekündigten Baustellen auch gut gesichert, sodass es richtig Spass machte. Im flacheren Teil der Abfahrt hängte ich mich in eine gute Gruppe und das gleichmässige Kurbeln tat meinem Knie richtig gut. Jedenfalls hatte ich keine Probleme, als wir zur 1. Verpflegung kamen.
Nun folgte das Brezer Joch, das wieder einige steile Abschnitte hatte. Aber auch diese konnte ich fast schmerzfrei erklimmen und damit war schon klar, diese Etappe kann ich beenden. Nach der kurzen Abfahrt kam ja nur noch der Mendelpass, der recht gemütlich zu fahren war. Auf der Abfahrt nach Kaltern wurde es richtig warm und es roch auch ganz anders, richtig mediterran. Nach 5,5 Stunden empfing mich Sandra im Ziel und mein persönliches Highlight war, dass ich vor Simon (Martins Partner) über die Ziellinie rollte.

106 km und 2150 Höhenmeter


























Samstag 30. Juni 2007

7. Etappe Kaltern - Riva del Garda Die letzte Etappe

Wir sind in Riva!!!

Los ging es heute mit einer Hetzjagd über 35 km. Das Profil war flach bis leicht abfallend und so sind wir losgestürmt wie die Bekloppten, aber Spass hat's gemacht. Am Fuss des Berges hatte ich einen Schnitt von 40 km/h drauf. Sandra und ich sind dann gemeinsam die ersten Meter hoch gefahren, ich liess sie dann aber doch ziehen. Nach 10 km Anstieg kam die 1. Verpflegung, aber irgendwie hatten es alle eilig.
Etwas später traf ich Sandra wieder und wir gingen gemeinsam in die Abfahrt. Auf dem flacheren Mittelteil am See entlang waren wir dann zu sechst und haben richtig Tempo gemacht. Ich dachte nur immer, hoffentlich halten die Knie. Ein wenig Schmerzen hatte ich schon und so schickte ich Sandra an der 2. Verpflegung voraus, da ich den Anstieg zum Ballino etwas vorsichtiger angehen wollte. Ich sah sie aber im Anstieg eine ganze Weile noch vorausfahren.
Mir wurde sogar ein wenig wehmütig, war es wirklich eine Woche her, dass wir in OGau gestartet sind?
Auf der Abfahrt vom Ballino sah man dann schon der Gardasee blitzen und nach einigen Kilometern kam die Zeitnahme, wo nicht nur Sandra stand, sondern auch Martin, Simon und viele andere, die immer so um mich herum gefahren waren.
Sandra und ich sind dann gemütlich bis ins Ziel gerollt und Hand in Hand mit Gänsehaut über die Linie.

101 km und 1360 Höhenmeter







































Sonntag 1. Juli 2007

Das war die JTT 2007

Gestern nach Pastaparty und zahlreichen Ehrungen der Sieger und aller Helfer gab es endlich das Finishertrikot. Leuchtend orange und...
... wieder mit einem Fehler. Es waren 7 Etappen und keine 8, wie auf dem Trikot zu lesen.



























7 Etappen und jetzt kommt es mir so vor, als ob diese wie im Fluge vorbeigegangen sind. In den Beinen merke ich zwar schon, dass ich Sport getrieben habe, aber waren es wirklich 871 km und 16560 Höhenmeter?
Dieses Jahr habe ich nicht im Camp übernachtet und ich muss schon sagen, Hotel ist schon sehr angenehm. Allerdings hatten wir auch die Luxusversion mit persönlichem Gepäcktransport. Hier noch einmal tausend Dank an Anke unserem Engel. Sie hat nicht nur das Gepäck von Hotel zu Hotel gefahren, auch wir durften immer mal wieder nach der Etappe in den Bus steigen und wurden zum Hotel gefahren. Einige Hotels lagen schon weit abseits und ohne unseren Service wäre das dann schon stressiger geworden. So war das Übernachten deutlich erholsamer als im Camp.
Die Pastaparties waren von ähnlicher Qualität wie letztes Jahr. In Naturns und Kaltern haben wir sie uns gleich gespart und waren Essen. Meist haben wir Martin und seinen Partner Simon mit dessen Freunden Jochen und Thomas getroffen und natürlich Stefan und Rüdiger. Sein spezielles Streckenbriefing war einfach klasse! Mit der Taktik sind die beiden auf Platz 100 gefahren. Glückwunsch!
Wir haben die Woche super viel gelacht, Sandra und ich haben uns bestens verstanden. Dies war gar nicht so selbstverständlich, denn schliesslich hatten wir uns vor der Transalp nur ein einziges mal gesehen. Sandra hat immer gute Laune und kann jeden motivieren. Einfach klasse! Meistens war sie etwas vor mir im Ziel, aber das war überhaupt kein Problem. Wir sind beide froh zusammen ein Damenteam gebildet zu haben. Getreu unserem Motto "Attacke aus dem D-Block" hat Sandra vorne attackiert und ich habe nach hinten abgesichert.
Jetzt geht es zurück nach Oberammergau, vorbei an den Bergen, die wir eine Woche lang geniessen durften. Nächstes Jahr ist der Start am 29. Juni und die Strecke soll in die Dolomiten gehen und eventuell den Grossglockner mitnehmen.

Eine 3. JTT???

Ich weiss nicht, aber wie heisst es so schön:

SAG NIEMALS NIE