16 September 2006

Jedermannrennen Wiesbaden 2006



7:55 Uhr Der Wecker klingelt! Viel zu früh, nur knapp 6 Stunden Schlaf nach einer Hochzeitsfeier. Ich habe gar keine Lust aufzustehen, aber die Sonne scheint durchs Fenster und um 13 Uhr ist Start in Wiesbaden beim 1. Wiesbadener Jedermannrennen im Rahmen der 3-Ländertour. Also raus aus dem Bett!
Wolfgang ist schon unterwegs um Brötchen zu holen, schließlich braucht man eine gute Grundlage für ein Radrennen. Nach dem Frühstück noch die Räder einpacken. Irgendwie wollen sie einfach nicht ins Auto passen und das bei einem Passat… Aber dann ist doch alles verstaut und noch genug Platz für das 3. Fahrrad von Dirk (Doerg). Kurz nach 10 treffen wir ihn in der Heidelberger Strasse kurz hinter dem Prinz-Emil Garten. Er ist schon von weitem durch das Citybiketrikot zu erkennen. Sein Rad ist schnell verstaut und ab geht es auf die Autobahn. In Wiesbaden treffen wir uns mit Ralf (Rußnickel), Stefan (Wowbagger) und Tamara und parken auf dem Schulhof von Tamaras Schule. Räder auspacken, umziehen und dann geht es auch schon los zum Start. Ich bin mittlerweile recht wach und freue mich sogar auf das Rennen.
Am Start wird heftig gebaut und wir müssen mit den Rädern über einen schmalen Schotterweg zur Einschreibung. Das ist ganz schön eng, aber zum Glück gibt es auch nur etwa 300 Teilnehmer. Nach kurzer Zeit haben wir Startnummern und Transponder. Ich treffe noch einen Radfahrer der Unigruppe Frankfurt und kurz darauf Reni Brunner, die natürlich auch dabei ist. Wir wünschen uns gegenseitig Glück und Erfolg und dann gehen wir Ciybiker auf die Strecke um uns ein wenig einzufahren. Tamara bleibt mit unseren Beuteln am Start und macht heftig Fotos. Gegen 12:30 Uhr machen wir uns langsam in die Startaufstellung und so langsam kommt bei uns allen Spannung und ein wenig Nervosität auf.
Pünktlich 13:00 Uhr erfolgt der Start und los geht’s. Wie abgesprochen lasse ich die Jungs nach einiger Zeit ziehen, denn es geht gleich bergan und ich will mich nicht schon auf den ersten Metern kaputt fahren. Zunächst fahre ich so für mich, aber nach dem ersten Anstieg bildet sich eine gute Gruppe und es geht flott voran. Der Puls ist nur im Wind am Anschlag, aber wir wechseln uns gut ab. Leider sehen wir einige Radfahrer links und rechts im Feld liegen. Später höre ich, dass ein Reifenplatzer einen Sturz einer ganzen Gruppe hervorgerufen. Etwas später fahren wir, eine Gruppe von etwa 20 Mann, rechts ab, wie es uns ein Polizist anzeigte. Aber nach einer Weile werden wir unsicher, ob das so richtig war, denn vor uns ist niemand mehr zu sehen. Nach gut einem Kilometer kommen wir an eine Kreuzung, kein Schild ist zu sehen, also doch falsch. Grrrrrrrrrrrrrrr!!!!!!!!!!!!! Ein Autofahrer bestätigt uns, dass wir umdrehen müssen. Also mit Highspeed wieder zurück, die Organisation ist wirklich nicht die Beste und der Polizist der uns fehlleitete bekam gut was zu hören. Ich dachte dann nur, zum Glück kommen die anderen 4 in die Manschaftswertung, da sowieso nach Männern und Frauen gewertet werden soll.
Zurück auf der Strecke sind wir natürlich ganz am Ende des Feldes uns sammeln langsam den einen oder anderen Mountainbiker und Trekkingradfahrer auf. Die Gruppe verkleinerte sich etwas, ich konnte mit den Schnelleren mithalten. Nach etwa 20 km kam der Schlusswagen an uns vorbei und rief uns zu, daß wir weiterfahren können. Wir waren schon etwas verwirrt, hat uns der Abstecher so viel Zeit gekostet? Im nächsten Ort wurde es etwas chaotisch, ein Teil der Kreuzungen war gesperrt an anderen meinten die Polizisten, die Straßen sind wider offen. Nun hieß es also aufpassen, es konnte jeder Zeit ein Auto kommen. Schon ärgerlich, 31 € zahlen und dann doch keine gesperrten Straßen…Aber was soll’s, weiter ging es auf und ab. Auf einer Geraden fuhren wir an einem älteren Teilnehmer vorbei, der sich schon etwas schlingernd auf der Straße bewegte. Mit viel Abstand fuhr ich vorbei und hörte es dann hinter mir nur krachen. Ein Blick zurück zeigte, der ältere Herr war gestürzt und hatte noch zwei weiter Fahrer mitgenommen. Ich überlegte kurz anzuhalten, dann siegte aber das Rennfeeling und außerdem waren schon einige am Helfen. Am nächsten Anstieg platzte der Rest der Gruppe auseinander und ich hatte nur noch eine Begleiterin. Kurz hinter Hessloch wurden wir an einer Kreuzung nach links gewunken und meine Begleiterin meinte nur, eigentlich hätten wir da rechts abbiegen müssen, um die kleine Schleife zu fahren. Nun waren wir also endgültig aus dem Rennen. Was ein Ärger, aber was soll’s, Spaß hat es ja dennoch gemacht. Wir sind dann aber doch mit Tempo weitergefahren und kurz drauf überholte mich Ralf mit den Worten, Corinna, was machst Du denn schon hier. Ich kam mir vor wie bei Hase und Igel…
In Wiesbaden wurde es noch mal chaotisch, da waren schon einige Autos auf der Strecke. Auf der Zielgerade fuhr ich am Anschlag, bin wohl ein echter Sprintertyp und hatte Glück, dass ich keinen Fußgänger mitgenommen habe, die ohne zu schauen die Strecke überquerten. Ich kam dann heil im Ziel, wo Tamara und Ralf schon warteten. Kurz darauf waren auch Dirk und Stefan im Ziel und etwas später kam Wolfgang. Er hat sich schon sehr gewundert, dass ich vor ihm da war, ich hab ihm aber gleich gesagt, dass ich 5 km weniger auf dem Tacho habe. Jetzt ging es noch mal zur Startausgabe, alle Mann den schmalen Schotterweg entlang, denn die Tranponder mussten noch abgegeben werden. Dort gab es dann einen echten Fahrradstau, denn es gab nur einen Seitenschneider mit dem wir die Kabelbinder abschneiden konnten. Aber auch das hatten wir nach einer Weile geschafft und konnten uns am Licherstand endlich das verdiente Bierchen gönnen. Kurz darauf traf ich auch Reni noch mal, die eine Ergebnisliste organisiert hatte. Sie hat den zweiten Platz gemacht und wir quatschten noch ein wenig. Auf der Ergebnisliste wurde ich übrigens auf Platz 142 geführt, so war ich trotz Umweg und späterer Abkürzung in die Wertung gekommen, schön chaotisch wie die ganze Organisation. Auch wenn nicht alles optimal gelaufen ist, hat es uns allen Spaß gemacht und mit unseren Trikots sind wir auch gewiß aufgefallen.
Wenig später sind wir dann gefahren und haben uns am Abend noch bei Ralf und seiner Frau Carola zum Grillen
getroffen. Es war wirklich ein toller Tag und wir werden dies bestimmt wiederholen.